Museumsbahn Schönheide
Vereinsgeschichte
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Vereinsgeschichte

Am 05. April 1991 wurde unser Verein gegründet. Zusammen mit den erst in Rothenkirchen und später auch in Carlsfeld Aktiven formierten sich die Schönheider Eisenbahnfreunde zum " Museumsbahn Schönheide/Carlsfeld e. V." mit Sitz im historischen Lokschuppen von Schönheide. Der Verein setzte sich zum Ziel, ein Teilstück der ehemaligen Schmalspurbahn Wilkau-Haßlau - Carlsfeld wieder zu beleben. Mit dem Abbau der ursprünglichen Schmalspurbahn war außer dem fast leeren Lokschuppen nichts mehr da gewesen, was an eine Eisenbahn ausmacht. Nach der anfänglichen Euphorie wurde sehr schnell erkannt, sich auf das „Machbare“ zu konzentrieren. So wurden in den Anfangsjahren der Schönheider Lokschuppen saniert und der Bau des Streckengleises nach Neuheide vorangetrieben. Des Weiteren wurden verschiedene Fahrzeuge beschafft. Die waren meistens in einem sehr schlechten Zustand und kein Einziges konnte ohne grundlegende Aufarbeitung in Betrieb genommen werden.  Nach unzähligen Stunden Arbeiten fanden am 21.08.93 die Eröffnungsfahrten mit der Diesellok und einem Packwagen statt.

1994 war es endlich soweit, es stand wieder eine Dampflok, unsere IV K 99 582, sowie ein geliehener Personenwagen und ein Gepäckwagen für die Fahrten zur Verfügung. Noch mit Sondergenehmigung rollte der erste Dampfzug am 23.07.1994 wieder über die Gleise am Fuchsstein. Um die Verwaltungskosten zu minimieren, wurde ein Beschluss gefasst, der zur damaligen Zeit utopisch erschien: die Museumsbahn Schönheide stellte in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Schönheide den Antrag auf Erteilung zur Erbringung von Eisenbahnverkehrsleistungen beim Sächsischen Ministerium für Wirtschaft und Arbeit (SMWA) in Dresden. Mit der Preßnitztalbahn in Jöhstadt waren wir die Vorreiter zur Konzessionierung als Eisenbahnverkehrs- und Infrastrukturunternehmen in Sachsen. Dieser Prozess dauerte mehrere Jahre, so dass am 30.09.1995 die Genehmigungsurkunde durch das SMWA und durch den Landesbevollmächtigten für Bahnaufsicht (LfB) ausgehändigt wurde. Nun durften wir ständig Eisenbahnverkehrsleistungen erbringen, allerdings galten ab diesem Zeitpunkt natürlich auch alle Gesetze und Richtlinien für nichtbundeseigene Eisenbahnen, beginnend von regelmäßigen Fahrzeugrevisionen bis zur Ausbildung eines Obersten Betriebsleiters und der Betriebseisenbahner. Viele Arbeiten, vor allem an der Strecke, konnten mittels der fort währenden Unterstützung des Arbeitsamtes Aue/Annaberg, durch die Bereitstellung von Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen, schneller umgesetzt werden. Durch die kontinuierlichen wöchentlichen Arbeiten ging es relativ schnell in Richtung  Stützengrün  voran. Einige Mitglieder der ehemaligen Carlsfelder Gruppe trennten sich nach etlichen Jahren gemeinsamer Arbeit vom Verein und wurden im „Förderverein Historische Westsächsische Eisenbahnen e.V.“ (FHWE) wieder aktiv. Unser Verein nennt sich seit dem Jahr 2000 „Museumsbahn Schönheide e.V.“.

Der Wiederaufbau der Strecke gliederte sich in drei Etappen. Der erste Abschnitt vom Bahnhof Schönheide Mitte nach Neuheide, der Zweite von Neuheide nach Stützengrün zur Bürstenfabrik und der Dritte von Stützengrün in den Einschnitt nach Stützengrün-Neulehn. Die Eröffnung des ersten Teilabschnittes erfolgte im Sommer 1993, im Rahmen der 4. Erzgebigisch -Vogtländischen Tage. Mit Unterstützung des Arbeitsamtes gelang es erneut ABM-Kräfte zu beschäftigen, die wichtig für den Ausbau des 2. Abschnittes waren. Nach weiteren 4 Jahren wurde der zweite Abschnitt im Dezember 1997 eröffnet. Im November 2001 wurde schließlich der dritte und vorerst letzte Abschnitt nach Stützengrün-Neulehn eröffnet.

Seit 1999 kann man am Bahnhof Stützengrün die Kreuzung von "Bimm" und Straße an einer handbetriebenen Schranke erleben. Doch auch die Errichtung einer Strom- und Telegrafen Freileitung von Neulehn nach Stützengrün, die historische Bahnsteigbeleuchtung und das Aufstellen von Kilometersteinen sorgen für historisches Flair.

Weitere Höhepunkte der Vereinsarbeit waren die Hauptuntersuchungen der Dampflok 99 582 durch Vereinsmitglieder, sowie die Wiederinbetriebnahme der ehemaligen Denkmallok 99 516. Im Jahr 2006 wurde ein offener Aussichtswagen mit Tresen und Wernesgrüner Thekenanlage in Betrieb genommen. Dieser Sonderwagen, ein kompletter Neubau auf einem modifizierten Rahmen, ist in den Sommermonaten sehr beliebt. Im selben Jahr wurden die Gleisanlagen im Bahnhof Neuheide erweitert. Nach dem Einbau eines Umfahrgleises können nun auch im Bf. Neuheide Zugkreuzungen stattfinden. Dies alles geschah in Vorbereitung der Feierlichkeiten zum 125 jährigen Jubiläum der Strecke.

  

 

 Der Aussichtswagen kurz vor der Abnahme in 2006.

Mai 2006, Gleisbau in Neuheide  

Mit zunehmender Anzahl der betriebsfähigen Fahrzeuge und der ständigen Weiterentwicklung der Bahn verschoben sich die Vereinsaufgaben in den folgenden Jahren ein Stück weit in die ständigen Arbeiten zum Erhalt des schon Erreichten. Ständig wiederkehrende Untersuchungen bzw. Aufarbeitungen im Rahmen der gesetzlichen Fristen nehmen mehr Zeit und Kraft der Vereinstätigkeit in Anspruch. Gesundes Wachstum und Nachhaltigkeit wird unsere Arbeit auch in Zukunft prägen. Im Jahr 2007 konnten erstmals alle Fahrtage, auch im Mehrzugbetrieb, ohne Gastfahrzeuge gestaltet werden. Im Oktober 2008 wurden wir mit dem 1. Platz des Claus-Köpcke-Preis in der Kategorie „Technik/Bauten“ für den Wiederaufbau und den Museumsbetrieb zwischen Stützengrün und Schönheide ausgezeichnet.

Zwischen Juni 2008 und Dezember 2009 wurde, zum 3. Mal in der Vereinsgeschichte, unsere 99 582 im eigenen Haus zum Erhalt der Betriebsfähigkeit durch den Verein aufgearbeitet. Zusammen mit dem Packwagen 970-332 und dem Personenwagen 970-318 konnten damit 2009 erstmals in der Vereinsgeschichte in einem Jahr 3 Fahrzeuguntersuchungen zur Wiederaufarbeitung erfolgreich abgeschlossen werden. Zum Jahresende 2009 wurde mit der Aufarbeitung des  970-415 begonnen. Er wird der erste Personenwagen im Museumszug sein, der auch schon auf der ursprünglichen Bahn gefahren ist. Im Mai 2010 wurde die am 30.09.1995 erteilte Konzession für eine ständige Betriebserlaubnis durch das sächsische Ministerium für Wirtschaft und Arbeit (Eintrag als EVU und EIU) ist nach Antrag und nach Prüfung durch das SMWA und die Landesbahnaufsicht verlängert, ein wichtiger Meilenstein und großer Erfolg für unseren eigenen Eisenbahnbetrieb. Juni zum 14. Bahnhofsfest kam mit der Diesellok L45H-083 der SDG aus Oberwiesenthal zum ersten Mal eine "Strecken-Diesellok" zur Museumsbahn Schönheide zum Einsatz. Im August 2010 fanden erstmals Zuckertütenfahrten auf der Museumsbahn statt und ein paar Tage später leistete die V10c 199 051 den öffentlicher Einsatz nach ihrer dritten Aufarbeitung anläßlich einer Hochzeitfahrt. Am 13.11.2010 wurde ein Formsignal zur Sicherung der Einfahrt des Bahnhofes Schönheide am historischen Standort aufgestellt.

Als große Überraschung auch für uns wurde die Museumsbahn Schönheide e. V. am 07.12.2010 mit dem 2. Platz vom "Claus-Köpcke-Preis" 2010 des VSSB in der Kategorie „Technik/Bauten“ für die „Durchführung der Lehrgänge zum Kesselwärter und Betriebsdienst“ ausgezeichnete. 

In 2011 gestalteten wir das

 

Zum Ausklang des Festjahres 2011 wurde am Abend des 22. Oktober mit einer Festveranstaltung und der Enthüllung eines Dampfbahnroutenschildes für den Bahnhof Schönheide an die Eröffnung der Ersten sächsischen Schmalspurbahn am 16. Oktober 1881 erinnert.