Museumsbahn Schönheide
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Die Museumsbahn Schönheide

Wo heute unser kleines Bahn´l zwischen Schönheide und Stützengrün, am Fuß des Kuhbergs, durch das malerische Erzgebirge schnauft, fuhr bis 1977 die erste und mit fast 42 km die längste 750 mm Schmalspurbahn Sachsens.

Der Verein hat den Eisenbahnbetrieb zwischen Schönheide und Stützengrün u. a. mit dem Ziel wiederbelebt, ihn unter musealen Gesichtspunkten im Zeitraum der 60er Jahre, der letzten Blütezeit der Bahn, darzustellen.

Hier erfahren sie mehr über:
 

                                                         

                  

Unsere Bahn im Überblick

  • Die Erste sächsische Schmalspurbahn wurde am 16. Oktober 1881 von Wilkau aus eröffnet
  • Weiterer Ausbau der Strecke auf 41,9 km bis 1897, abschnittsweise Stillegung zwischen 1967 und 1977 
  • Gründung des Verein am 05. April 1991 
  • Der Verein hat heute 90 Mitglieder, davon über 30 Aktive im Betriebsdienst, bei der Betreuung der Fahrgäste sowie zu Erhaltung, Ausbau und Pflege der Fahrzeuge und Strecke
  • Zwei betriebsfähige Dampflokomotiven (IV K 99 516 und 99582), eine nicht betriebsfähige IV K (99 585), eine Diesellok V 10C - 199 051
  • Im Fahrbetrieb auf  der ~ 4,5 km langen, wieder aufgebauten Strecke wird ein typischer Länderbahnzug aus Personen-, Gepäck-, Güterwagen eingesetzt
  • Aussichtswagen mit Bar 
  • Handbediente Schranke am Bahnhof Stützengrün und Formsignal am historischem Standort an der Einfahrt des Bahnhof Schönheide 

Der Gedanke des „lebendigen Denkmals“

Die Geschichte der ehemaligen Schmalspurbahn Wilkau-Haßlau – Carlsfeld ist geprägt von typischen Gegebenheiten sächsischer Schmalspurbahnen und von vielen, nur ihr eigenen, markanten Besonderheiten. Mit ihrer Entstehung am Ende des 19. Jahrhunderts hat sie einen wesentlichen Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung ihrer Region geleistet. Der weitere technische Fortschritt und die damit verbundene Wandlung vom Massen- zum Individualverkehr haben der Bahn ihre ursprünglichen Aufgaben entzogen. In den 70er Jahren wurde die Bahn als technisch veraltetes, inzwischen auch verschlissenes und damit unrentables Transportmittel aufgegeben. Bis Anfang der 80er Jahre ist sie bis auf wenige Sachzeugen aus ihrer Heimat verschwunden.

Die Schließung ihrer Schmalspurbahn ließ die Anwohner sowie die Freunde der Bahn nicht unberührt. Schon bei der Schließung versuchten Eisenbahner und Freunde einzelne Sachzeugen dieser Bahn mit mehr oder weniger großen Erfolg für die Nachwelt zu erhalten. Manche Erinnerungen sind auch durch Bilder und sogar Filmaufnahmen wach geblieben.

Der politische Wandel im Osten Deutschlands veränderte die wirtschaftlichen Gegebenheiten. Die sehr schnelle Wandlung von der industrieorientierten- zur Dienstleistungs-Gesellschaft brachte bekanntermaßen eine hohe Arbeitslosigkeit mit sich, die in der Industrie verloren gegangenen Arbeitsplätze lassen sich vor allem im ländlichen Raum nur schwer durch andere ersetzen. Das landschaftlich schöne Gebiet des Westerzgebirges im Einzugsgebiet der Trinkwassertalsperre Eibenstock und das Vogtland boten und bieten eine gute Entwicklungsmöglichkeit für einen zukunftsorientierten, sanften Tourismus. In dieser Zeit der politischen Veränderungen erkannten Freunde und Eisenbahner der ehemaligen Schmalspurbahn die Möglichkeit, die vertrauten Geräusche der Dampflokomotiven mit ihrem Pfeifen und Läuten, dem Klappern der Räder wieder zum Leben zu erwecken und damit nicht nur der Schmalspurbahn ein Denkmal zu setzen, sondern gleichzeitig einen Beitrag zur touristischen Entwicklung der Region um Schönheide leisten zu können. So ergibt sich für die Schmalspurbahn, aus dem Zusammenspiel von Bewahrung und Erinnerung mit einer heute touristisch wieder erlebbaren Eisenbahngeschichte, eine in die Zukunft reichende, neue Aufgabe. Das ist, für die seit 1991 im Verein zusammengeschlossenen Freunde der Schmalspurbahn, der Grundgedanke vom „lebendigen Denkmal“.

Denkmalsschutz

Ein wichtiger Punkt neben dem weiteren Aufbau ist die Erhaltung und Fortführung des schon Geschaffenen. Nach 20 Jahren ist das nicht wenig und bekanntermaßen wird es ja ständig mehr. Dazu galt es schon in den ersten Jahren die notwendigen Grundlagen zu schaffen.

Der Denkmalsschutz spielt dabei ein wichtige Rolle. Um eine entsprechende Einstufung zu bekommen bzw. zu behalten mussten und müssen neben der praktischen Arbeit verschiedene Dokumentationen erstellt werden. Die Grundlegendsten dabei sollen hier kurz erwähnt werden.

Ein kurzer Abriß über die Geschichte der Schmalspurbahn und die Vorschläge zu denkmalstechnisch erhaltenswerten baulichen Anlagen zeigen die zwei Teilen der:

Dokumentation über die Schmalspurbahn Wilkau-Haßlau – Carlsfeld unter dem Gesichtspunkt des Denkmalschutzes für noch bestehende, teilweise erhaltene, wieder errichtbare und neu errichtete Anlagen (Hochbauten, Kunstbauten, Dämme, Einschnitte, etc.)

Teil 1 – Teilabschnitt Rothenkirchen über Stützengrün, Schönheide bis Carlsfeld,1998

Teil 2 – Teilabschnitt Wilkau-Haßlau über Kirchberg bis Rothenkirchen, 1999

Als Ergebnis wurde die gesamte alte Schmalspurbahnstrecke zum Kulturdenkmal (Flächendenkmal).

Für den Aufbau und die Sicherung des historischen Fahrzeugparks als Ganzes entstand die

Dokumentation über die Fahrzeuge der Museumsbahn Schönheide / Carlsfeld e.V. unter dem Gesichtspunkt des Denkmalschutzes, 1999

Als Ergebnis erhielten die beschriebenen Fahrzeuge den Denkmalsstatus, die Liste kann durch würdige Vertreter ergänzt werden.

99 516 - ein wieder "lebendiges" Denkmal

Eine Besonderheit unter den Fahrzeugen der Museumsbahn ist die Dampflok 99 516. Als Eigentum der Gemeinde Rothenkirchen ist sie seit 1976 eine wichtige Zeitzeugin der alten Schmalspurbahn. Sie erhielt schon zu DDR–Zeiten Denkmalsschutz. 1996 kam sie als Dauerleihgabe auf unserer Museumsbahn. Durch das Engagement vieler Mitglieder und Freunde der Museumsbahn und Dank einer großzügigen Förderung durch das Land Sachsen ist die älteste sächsische IV K derzeit auch die älteste betriebsfähige Dampflok in Sachsen.

Im Jahr 2017 wurde mit  99 516 die älteste sächsische IV K

125 Jahre alt!

Erstmals 1892 in Betrieb genommen ist sie die Einzige noch existierende IV K des ersten Bauloses. Von den Dampflokomotiven der  sächsische Gattung IV K wurden zwischen 1892 und 1921 insgesamt 96 Maschinen gebaut.

Im Oktober 2008 wurde der Museumsbahn Schönheide e.V. mit dem 2. Platz des Claus-Köpcke-Preis in der Kategorie „Technik/Bauten“ für die Wiederinbetriebnahme 99 516 ausgezeichnet.