Museumsbahn Schönheide
Vom Eisenbahnbetrieb
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Der eigene Bahnbetrieb

... heißt Selbstständigkeit und Verantwortung

Ein wesentlicher Punkt unseres Vereinslebens sind die Fahrten der Museumsbahn. Von Anfang an ist das eines der wichtigsten Ziele gewesen.

Die Durchführung eines, im rechtlichen und sachlichen Sinne, vollkommen eigenständigen Eisenbahnbetriebes hat den Verein in die Lage versetzt auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten seine ihm selbst gestellten Ziele unabhängig und selbstständig umzusetzen. Diese Selbstständigkeit und Eigenverantwortlichkeit im Eisenbahnbetrieb wird auch in Zukunft ein eine wesentliche Grundlage der Vereinstätigkeit sein. Auch wenn es auf anderen Gebieten und Zielen der Vereinsarbeit Einschnitte bedeutet hat und auch noch bedeutet, ist es für uns die beste und wohl auch einzige Möglichkeit dauerhaft und nachhaltig tätig zu sein.

Die Museumsbahn Schönheide als öffentliche Eisenbahn

Die Museumsbahn als EVU und EIU

Für einen ordentlichen, eigenständigen Eisenbahnbetrieb waren 2 wesentliche Voraussetzungen zu erfüllen, die Schaffung und den Betrieb eines eigenen Eisenbahninfrastrukturunternehmens (EIU) und eines eigenen Eisenbahnverkehrsunternehmens (EVU) für unsere Bahn. In Deutschland war es zum Zeitpunkt der Entstehung der Schönheider Bahn nicht möglich, als Verein diese Rechtsformen allein zu betreiben.

Ein besonderer Dank geht an dieser Stelle an die Gemeinde Schönheide, die vom damaligen Vereinsvorstand für diese Aufgaben als Rechtsträger gewonnen werden konnte. Die Gemeinde hat unserem Verein dabei alle Pflichten, Aufgaben und Rechte zur Infrastruktur und zur Ausübung des Eisenbahnbetriebes übertragen.

In den Listen des Eisenbahnbundesamtes für genehmigungspflichtige öffentliche EIU  und öffentliche EVU

sind wir mit der Firmierung  „Museumsbahn Schönheide e.V.“ eingetragen.

Unser Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) führt die Museumsbahn Schönheide entsprechend dem Betriebsverfahren der

Fahrdienstvorschrift für Nichtbundeseigenen Eisenbahnen  (FV-NE)  im Zugleitbetrieb.

Unser Verein stellt alle Betriebseisenbahner, das trifft auch für alle Mitglieder der Betriebsleitung einschließlich des

Eisenbahnbetriebsleiters (EBL) zu.

Die Infrastruktur der öffentlich betriebenen Schmalspurbahn wird nach der ESBO, der Eisenbahn-Bau- und Betriebsordnung für Schmalspurbahnen geführt.

Unsere derzeitige Stecke mit Spurweite 750 mm verläuft zwischen den Betriebsstellen:

Schönheide – Neuheide – Stützengrün – Stützengrün-Neulehn

Die Erteilung der dauerhaften Konzession für das Eisenbahnverkehrsunternehmen und das Infrastrukturunternehmen erfolgte am 30.09.1995 durch das Sächsische Ministerium für Wirtschaft und Arbeit (SMWA) und den Landesbevollmächtigten für Bahnaufsicht (LfB) des Landes Sachsen Dr. Henkel.

Die am 30.09.1995 erteilte Konzession für eine ständige Betriebserlaubnis durch das sächsische Ministerium für Wirtschaft und Arbeit (Eintrag als EVU und EIU) ist nach Antrag und nach Prüfung durch das SMWA und die Landesbahnaufsicht verlängert wurden. (06.05.2010)

Die Museumsbahn als EVU auch auf der Regelspur

Betriebsführung für die Regelspur–Strecke  Schönheide Süd – Hammerbrücke des FHWE

Unser Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) Museumsbahn Schönheide hat die Betriebsführung und Betriebsleitung auf der Regelspur-Strecke  Schönheide Süd – Hammerbrücke des FHWE übernommen. Dieser etwa 10 km lange Streckenabschnitt ist ein Teil der ehemaligen Eisenbahnlinie  Chemnitz – Aue – Adorf (CA). Der durch den FHWE wieder belebte Teilabschnitt und ein umgebauter SKL (VT 24-01) des Vereins wurde am 07.04.2008 durch den LfB des Landes Sachsen abschließend überprüft und unter Auflagen für den SKL-Betrieb freigegeben. Gleichzeitig wurde das EVU der Musemsbahn Schönheide mit der Betriebsführung betraut. Für die Infrastruktur der nicht öffentlich betriebenen Bahn, geführt nach der Betriebsordnung für Anschlussbahnen (BOA), zeichnet der FHWE.

Am Freitag den 11.04.2008 fanden die Verwendungsprüfungen der ersten Betriebseisenbahner des FHWE statt. Die Betriebleitung des EVU Museumsbahn Schönheide, vertreten durch den OBL und den ÖBL, konnte nach erfolgreicher theoretischer Prüfung mit anschließender Probefahrt den ersten 4 Zugführern ihre Berechtigungen ausstellen. Weiterhin wurde dem ersten Triebfahrzeugführer die Baureihenberechtigung für den SKL ausgestellt.

Die Berechtigungen gelten für den zugelassenen SKL-Betrieb auf der nicht öffentlich betriebenen Anschlußbahn Schönheide Süd – Hammerbrücke, im Eisenbahnverkehr ohne Zugleitbetrieb nach dem Betriebsverfahren FV-NE auf der Rechtsgrundlage der BOA. Der Eisenbahnbetrieb erfolgt nach der Fahrdienstvorschrift für nichtbundeseigene Eisenbahnen (FV-NE).

Die ersten Fahrten für den interessierten Besucher fanden am 12. & 13. April 2008 statt.

Betriebsführung für die Anschlussbahn zum Bw Adorf

Am 01. März 2009 übernahm die Museumsbahn Schönheide mit der Anschlussbahn zum Bw Adorf eine weitere Aufgabe als Eisenbahnverkehrsunternehmen nach dem Allgemeinen Eisenbahngesetz. Damit hat die Museumsbahn in der Verantwortung ihres EVU’s auch eine Nahtstelle mit der DB AG.

Im Bw Adorf hat ein Lokführer eine Heimat für seine Triebwagenflotte gefunden. Die hier eingestellten Fahrzeuge nutzen die Anschlussbahn als Ausgangspunkt für Sonderfahrten. Diese LVT der BR 771/772  kommen zum Beispiel auf der Erzgebirgischen Aussichtsbahn  von Schwarzenberg nach Annaberg-Buchholz und  der Wisentatalbahn  zum Einsatz.

Nach einer Anfrage der Adorfer Eisenbahnfreunde (VEA) zur Übernahme der Betriebsführung ihrer Anschlussbahn in das ehemalige Bahnbetriebswerk durch unser EVU wurde zusammen mit zuständigen Behörden eine Lösung gefunden, um auch weiterhin Sonderzügen das Wassernehmen und Drehen der Lok’s im Bw Adorf zu ermöglichen. Die erste Bedienung unter Verantwortung der Museumsbahn erfolgte am 15.03.2009, als 65 1049 in Adorf gedreht und mit Wasser versorgt werden musste.

Die nicht öffentlich betriebenen Anschlußbahn wird nach der Betriebsordnung für Anschlussbahnen (BOA) geführt.

Ein weiterer, wichtiger Punkt für den Erhalt des Bw Adorf war die Anbindung der Anschlussbahn an das ESTW Stellwerk in Falkenstein. Die Einweisung der Betriebsleitung dazu erfolgte am 30.04.2009.

Nach dem Wirksamwerden der Kündigung durch die DB Netz AG gegenüber dem VEA war  das Bw Adorf nach dem 31.03.12 ohne Infraanschlussvertrag. Seit dem 01.05.2012 ist die Anschlussbahn zum Bw Adorf wieder am Netz und somit können Dampflokomotiven im Bw Adorf weiter gedreht und mit Wasser versorgt werden.  Dazu schloss die Fa. Pester  mit der DB Netz AG einen neuen Infrastrukturanschlussvertrag ab.  Die Museumsbahn Schönheide stellt wieder wie bisher die Betriebsleitung, d.h. die im EVU Museumsbahn Schönheide bestellten Eisenbahnbetriebsleiter sind auf der Anschlussbahn wieder als Anschlussbahnleiter und Stellvertreter tätig.

Ausbildung für den Betriebsdienst

Eigene Ausbildung im Verein wird bei uns großgeschrieben. Sicherheit steht dabei immer im Vordergrund.

Die Aus- und Weiterbildung der Betriebseisenbahner muß daher regelmäßig stattfinden. Wichtiger Bestandteil ist der regelmäßige Einsatz im Eisenbahnbetrieb mit den dazugehörigen Dienstbelehrungen und dem Dienstunterricht.

Für die Zukunft des Eisenbahnbetriebes ist es wichtig, das Wissen zu erhalten, auszubauen und weiterzugeben. Daher fanden bei uns in den letzten Jahren bis zu 3 Weiterbildungslehrgänge pro Jahr in verschiedenen Modulen mit erfahrenen und zugelassenen Ausbildern statt.

Diese Lehrgänge stehen auch für andere Vereine und Aktive zur Verfügung.

Am 07.12.10 wurde die Museumsbahn Schönheide mit dem Platz 2 des Claus-Köpcke-Preises 2010 in der Kategorien Technik/Bauten ausgezeichnet.
Mit dem zweiten Platz wurde unsere Museumsbahn für die Durchführung der Lehrgänge für Kesselwärter und Betriebsdienst ausgezeichnet, damit würde die Museumsbahn Schönheide entscheidend zur Sicherung der beruflichen Qualifikation von Nachwuchskräften in ganz Sachsen beitragen.